Lasst die Kinder ins Internet!

Oder: Warum „Geh weg vom Tablet und nach draußen spielen“ nicht generell eine gute Idee ist.

Die Eingebung zu diesem Beitrag hatte ich beim Hören eines Podcasts. Ich bin jeden Tag bis zu drei Stunden mit meinem Hund unterwegs und genieße die langen Spaziergänge an der frischen Luft. Jedoch will ich diese Zeit sinnvoll nützen, weshalb ich begonnen habe, nebenbei Podcasts auf Spotify zu hören. Um trotzdem immer achtsam zu sein, benutze ich dazu keine Ohrstöpsel, sondern stecke mir das Smartphone in die oberste Jackentasche. Wenn jemand von euch also eine Frau mit einem Beagle sieht, aus deren Mantel eine Stimme dringt – das bin ich 😉

Wer mich schon etwas kennt, der weiß, dass ich Eltern-Ratgeber zu den Themen Social Media und Internet verfasst habe. Und zwar nicht, weil ich davor warnen will, sondern weil ich ein begeisterter User bin, der möchte, dass Kinder sich in dieser virtuellen Welt gut auskennen und von ihren Eltern begleitet und angeleitet werden.

Im Gegensatz zu uns wachsen unsere Kinder mit Internet und Smartphone auf. Für uns wirkt es vielleicht noch oft befremdlich, wenn wir sie ständig mit ihren Handys sehen, und immer wieder höre und lese ich: „Mein Kind ist viel zu viel im Internet“ „Das ist ganz schlecht!“ „Als wir jung waren, gab es das auch nicht, wir waren den ganzen Tag draußen“. Nun, als meine Generation jung war, gab es viel nicht. Zum Beispiel auch keine Navigationsgeräte. Trotzdem benutzt sie jeder. Oder liest noch jemand eine Straßenkarte?

Zugegeben: Ich habe mein Smartphone auch ständig in der Hand. Warum? Früher sah man mich im Zug vielleicht mit einer Zeitschrift oder einem MP3-Player, unterwegs in einem Stadtplan oder Kalender etwas nachschlagen, bei einem Spaziergang mit einer Digitalkamera. Heutzutage vereint mein Smartphone alle diese Dinge, zudem ist es für mich auch Fernseher, Streaming-Gerät, Wecker, Lexikon, Fahrplan, Buch, Zeitung, Taschenkalender, Taschenrechner, Notizzettel, und vieles mehr.

Das soll jetzt kein Freibrief dafür sein, stundenlang sinnlos im Internet zu surfen oder zu spielen. Bitte versteht mich nicht falsch. Es geht darum, dass die nächste Generation natürlich, sicher und geschützt!! mit diesem Medium umgeht. In Zeiten der Corona-Krise ist vielerorts digitales Lernen angesagt. Computer, Internet, Drucker & Co sind dafür unabdingbar und werden zur Normalität. Unseren Kindern bieten sich im Internet außerdem künftig unzählige Chancen und neue Berufe. Es gibt Influencer, YouTuber und Blogger, virtuelle Assistenten, Social Media Manager, Online Marketer, Affiliate Marketer, Web Designer, Grafik Designer, Online-Kurs-Anbieter, und viele mehr. Wer sich hier gut auskennt, sich vorurteilsfrei und sicher bewegen kann, hat einen großen Vorteil.

Natürlich sollen Kinder nach wie vor draußen spielen. Sport und Bewegung sind wichtig für Entwicklung und Gesundheit. Titel und Untertitel sind zugegeben absichtlich reißerisch gewählt. Es ist aber, meiner Meinung nach, auch der falsche Weg, sie von diesen Medien fernzuhalten. Es ist auch der falsche Weg, sie alleine und ohne Anleitung in jungen Jahren auf diese Welt loszulassen.

Liebe Eltern, informiert euch, nutzt Social Media, begleiten und schützt eure Kinder – und profitiert alle von den Möglichkeiten des World Wide Web.

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