Allgemeine Tipps für den Schulweg

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus meinem neuen „Sicherer-Schulweg-Leitfaden für Eltern“. Er widmet sich den Themen: Generelle Hinweise für den Schulweg, egal ob zu Fuß oder per Bahn, Bus, Fahrrad, Roller usw. Besprochen werden außerdem die Themen: Mobbing am Schulweg, Hundebegegnungen, verloren gegangen in der Menschenmenge, unterwegs an Halloween, erlaubte Sicherheitsgadgets, sowie allgemeine Texte zu „Elterntaxis“ und zur Verkehrssituation.

Heute gebe ich euch ein paar allgemeine Tipps, spezielle für jede Fortbewegungsart und viele mehr findet ihr in meinem Buch.

Im folgenden Abschnitt finden Sie allgemeine Tipps, die immer gelten, egal ob das Kind zu Fuß oder mobil unterwegs ist. In den nächsten Kapiteln wird dann auf die jeweilige Fortbewegungsart genauer eingegangen.

  • Kommt das Kind erstmals in die Schule oder steht ein Wechsel auf eine neue oder weiterführende Schule an, gehen oder fahren Sie den Weg mit Ihrem Kind einige Male gemeinsam.
  • Wählen Sie einen sicheren Weg, nicht unbedingt den kürzesten.
  • Üben Sie dann, wenn so viel Verkehr ist wie später zu Schulzeiten.
  • Beobachten Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, was sich entlang des Schulwegs befindet. Welche Geschäfte oder Lokale sehen Sie? Was könnte später gegebenenfalls als „Rettungsinsel“ dienen?
    Eine Rettungsinsel ist ein Zufluchtsort, den das Kind aufsuchen kann, wenn es sich verfolgt oder bedroht fühlt oder aus einem anderen Grund Hilfe braucht.
  • Planen Sie genug Zeit ein. Notieren Sie, wie viel Zeit Sie für den Weg benötigen, damit sich Ihr Kind später rechtzeitig auf den Weg machen kann. Muss es sich beeilen, wird es unaufmerksamer sein.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Kind zur Schule führen oder folgen Sie ihm in größerem Abstand und überprüfen Sie so, ob es sich den Weg gemerkt hat.
  • Lernen Sie mit dem Kind die wichtigsten Verkehrszeichen:

Kennzeichnung eines Schutzwegs und einer Radfahrerüberfahrt
Halt
Vorrang geben, Vorrangstraße
Fahrverbot, Fahrverbot für Fahrräder, Einfahrt verboten
Wohnstraße, Begegnungszone, Fußgängerzone
Bahnübergang mit und ohne Schranken, Andreaskreuz
Radweg, Geh- und Radweg
Einbahnstraße

  • Erklären Sie Ampeln, Zebrastreifen und Verkehrsinseln und weisen Sie darauf hin, dass trotz dieser Dinge immer der Verkehr beobachtet werden muss. Viele Autos halten nicht vor Schutzwegen und es kommt hier immer wieder zu Unfällen. Erst wenn wirklich alle Fahrzeuge angehalten haben, kann das Kind die Straße überqueren.
  • Üben Sie, was im Fall eines Ampelausfalls zu tun ist, z.B. wenn stattdessen ein Polizist die Kreuzung manuell regelt. Welches Handzeichen bedeutet „übersetzt“ welche Ampelfarbe?
  • Lernen Sie mit dem Kind folgende Notrufnummern:

Die Nummern für Österreich:
Feuerwehr: 122
Polizei: 133
Rettung: 144

Die Nummern für Deutschland:
Polizei: 110
Rettungsdienst/Feuerwehr: 112

Euronotruf: 112
Diese Nummer kann in allen EU-Staaten vom Festnetz und von Mobiltelefonen aus angerufen werden, um Rettung, Feuerwehr oder Polizei zu verständigen. Bei Handys ist dafür kein Guthaben notwendig, in manchen Ländern auch keine SIM-Karte.

  • Üben Sie, was das Kind sagen soll, wenn es den Notruf wählt:

WER ruft an?
WAS ist passiert?
WO ist es passiert?
WIE VIELE Verletzte gibt es?

  • Ermuntern Sie Ihr Kind, auf sein Bauchgefühl zu hören, wenn sich eine Situation nicht gut anfühlt.
  • Erstellen Sie gemeinsam eine Liste von Personen, die das Kind zur Schule begleiten und von der Schule abholen dürfen.
  • Vereinbaren Sie ein Codewort. Nur mit der Person, die dieses kennt, darf das Kind mitgehen. Achtung: Wird es längere Zeit nicht verwendet, könnte das Wort vergessen werden.
  • Stellen Sie sicher, dass sich Ihr Kind auf dem Schulweg konzentrieren kann. Ältere Kinder sollten dabei nicht Musik hören, schon gar nicht mit Ohrhörern, oder mit dem Handy spielen bzw. telefonieren. Dies lenkt das Kind von eventuellen Gefahren und vom Verkehr ab.
  • Machen Sie dem Kind verständlich, dass sehen nicht gleich gesehen werden ist!
  • Bringen Sie Vor- und/oder Zuname nicht sichtbar auf der Schultasche oder Kleidung an, sodass Fremde das Kind nicht mit Namen ansprechen können.
  • Bauen Sie eine Vertrauensbasis zu Ihrem Kind auf. Ermuntern Sie es, immer zu erzählen, wenn etwas auf dem Schulweg vorgefallen ist.
  • Wenn Freunde des Kindes in der Nähe wohnen, lassen Sie sie gemeinsam zur Schule gehen oder fahren. Aufeinander zu achten ist wichtig für die Sicherheit und fördert soziale Fähigkeiten. Drei bis fünf Kinder, viel mehr sollten es nicht sein. Das bringt sonst Unruhe und Unaufmerksamkeit hinein und die Großgruppe teilt sich durch die Gruppendynamik ohnehin in Kleingruppen auf.
  • Falls das Kind vor der Schule vergeblich darauf wartet, abgeholt zu werden (z.B. von Oma/Opa), und niemand kommt: Weisen Sie es an, in die Schule zurückzugehen und einen Erwachsenen zu suchen. Ich habe bereits mehr als einmal mitbekommen, dass Kinder nicht abgeholt wurden, weil sich die abholende Person z.B. in der Zeit geirrt hat. Tatsächlich kommen Kinder vor allem im Grundschulalter oft nicht auf die (für uns naheliegende) Idee, eine Lehrkraft oder jemanden in der Schule um Hilfe zu bitten.

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