Mobbing – aufgrund aktueller Nachrichten

Es war vorgestern, als ich auf der Seite von Carsten Stahl über den Bericht über den 15-jährigen gestolpert bin, der sich kürzlich das Leben nahm. Ausschlaggebend dafür soll Mobbing gewesen sein.  Ich bekomme jetzt noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, und besonders als Mutter geht mir das nahe. Dazu drängen sich viele Fragen auf. Nach dem Warum. Wieso niemand helfen konnte. Wie es soweit kommen konnte.

Aus diesem Grund möchte ich ein paar kurze Sätze zu diesem Thema hier niederschreiben, und hoffe, dass ich damit jemand helfen kann. Mobbing ist eine wirklich schlimme Sache, und niemand, ob Erwachsener oder Kind, sollte es alleine durchstehen müssen.

Wenn das Kind bemerkt, dass jemand gemobbt wird:

  • nicht mitmachen
  • nicht wegschauen
  • Courage zeigen, aber sich selbst nicht in Gefahr bringen
  • Bei Lehrern oder Eltern Hilfe holen

Wenn das Kind selbst zum Opfer wird:

  • im besten Fall ist Ihr Kind bereits aufgeklärt und hat Vertrauenspersonen, an die es sich wenden kann. Suchen Sie das Gespräch, wenn Sie merken, dass es etwas bedrückt.  
  • haben Sie Verständnis – die Schuld liegt nicht beim Kind. Handy- oder Internetverbot sowie Bestrafungen wären kontraproduktiv
  • Blockieren Sie die mobbende Person in den sozialen Netzwerken und melden Sie sie dem Betreiber
  • Fertigen Sie Screenshots an
  • Cybermobbing und Hasskommentare sind in Österreich strafbar, es kann Anzeige erstattet werden. Wenn der Täter/der Täterin bekannt ist, wäre eine Möglichkeit, ihn darauf hinzuweisen. In den meisten Fällen kennen sich Täter/-in und Opfer
  • Ziehen Sie Erwägung, mit den Eltern des Täters/der Täterin Kontakt aufzunehmen
  • Seien Sie kompetent und befassen Sie sich mit dem Thema. Viele Kinder scheuen das Gespräch mit den Eltern, weil diese sich oft nicht gut mit sozialen Medien auskennen oder diesen gegenüber eine ablehnende Haltung haben

Wenn das Kind Täter/-in ist:

  • Mobbing hat bei Opfern und Tätern meist einen Grund. Versuchen Sie, die Ursachen herauszufinden
  • Reden Sie mit Ihrem Kind. Sagen Sie ihm, wie verletzend das Mobbing für das Opfer ist – wie würde er oder sie sich an dessen Stelle fühlen?
  • Weisen Sie auf die Folgen und rechtlichen Konsequenzen hin, vor allem, wenn Fotos vom Opfer mit im Spiel sind
  • Gibt es außer Ihrem Kind noch andere Täter/-innen, versuchen Sie, mit deren Eltern Kontakt aufzunehmen
  • Sprechen Sie mit dem Klassenlehrer/der Klassenlehrerin
  • Ziehen Sie professionelle Beratung in Erwägung

Wie Eltern ihr Kind präventiv schützen können:

  • schaffen Sie eine Vertrauensbasis. Ihr Kind soll das Gefühl haben, jederzeit über alles mit Ihnen reden zu können
  • befassen Sie sich mit sozialen Medien und überprüfen Sie die Privatsphäreeinstellungen Passen Sie sie an die Bedürfnisse des Kindes an
  • stärken Sie das Selbstvertrauen des Kindes. Es gibt dafür spezielle Kurse.

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